Rechtsberatung online
Eine Beratung ist weit mehr als auf eine Frage zu antworten und eine rechtliche Bewertung vorzunehmen. Ein Rechtsanwalt muss zunächst prüfen, von welchem konkreten Lebenssachverhalt auszugehen ist und welche Ziele der Mandant verfolgt. Wurde das Ziel herausgearbeitet, geht es um die Kernfrage, ob dies rechtlich aufgrund des Sachverhalts möglich und im Streitfall der Lebenssachverhalt vor Gericht darstellbar und beweisbar wäre. Häufig ist nicht die ursprünglich durch den Mandant gestellte Rechtsfrage, sondern ein ganz anderer rechtlicher Gesichtspunkt der entscheidende.
Auch muss der Rechtsanwalt einschätzen können, ob der konkrete Mandant bereit ist, einen möglicherweise „steinigen Weg“ zu gehen. Hierzu gehört es, dem Mandanten verständlich Risiken darzustellen und denkbare alternative Vorgehensweisen aufzeigen. Möglich ist dies nur im Rahmen eines Gesprächs, dass ein ständiges Hinterfragen durch den Rechtsanwalt aber auch durch den Mandant ermöglicht.
Eine Beratung, die auf eine schnelle Online-Beantwortung zielt, kann dies nicht leisten. Grundsätzlich ist eine Beratung bei uns nur möglich, wenn die Möglichkeit besteht, dass wir Ihr Anliegen zumindest telefonisch erörtern. Rufen Sie bei Bedarf unverbindlich unter
an. Auf diesem Weg können wir schnell klären, ob eine Beratung und/oder Vertretung ohne Besuch in der Kanzlei möglich ist.
Streitende sollen wissen, dass nie der eine ganz recht hat und der andere ganz unrecht
Kurt Tucholsky
Externe Rechtsabteilung
Sie haben eine Unternehmen oder eine Firma, die regelmäßig Bedarf hat, rechtliche Fragen zu klären, aber nicht in eine eigene Rechtsabteilung investieren möchte? Wir bieten Ihnen an, als externe Rechtsabteilung für Sie zu fungieren. Abhängig von dem konkreten Bedarf und Umfang der gewünschten Tätigkeiten vereinbaren wir gerne eine monatliche Beratungspauschale mit Ihnen.
Gefahren der Online- und KI-Beratung
Das Internet ist voll mit Werbung zum Thema Online-Rechtsberatung. Bei genauer Betrachtung und Blick in das Impressum stellt sich schnell heraus, dass Anbieter der entsprechenden Seiten selten Anwälte sind.
Geschäftszeck ist hier meistens, Sie an einen Anwalt zu vermitteln oder von einem zufällig ausgesuchten Anwalt eine schnelle Antwort online zu erhalten, der hierfür eine geringe Pauschale erhält. Die Qualität einer entsprechenden Online-Rechtsberatung ist nach Ansicht von Stiftung Warentest durchwachsen.1 Dies hat aus unserer Sicht einen einfachen Grund. Im Portal kann man sich seinen Rechtsanwalt nicht aussuchen und die Beurteilung einer rechtlichen Frage geht oft am Ziel vorbei. Nur die Beurteilung des individuellen Rechtsfalls und Sachverhalts ermöglicht eine passende Beratung. Aus unserer Erfahrung löst sich ein Fall in der Regel nicht im rechtlichen, sondern im tatsächlichen. Dies bedeutet, wenn nicht im Detail der konkrete Lebenssachverhalt erörtert wurde, kann der Rechtsanwalt weder genau beurteilen, ob die gestellte Rechtsfrage eigentlich die für den Sachverhalt wichtige ist, noch kann abschließend beurteilt werden, ob der Sachverhalt bei Gericht darstellbar und beweisbar ist.
Auch die Werbung mit einem 24/7 Service bei der Beratung ist aus unserer Sicht nicht zielführend. Kein einzelner Anwalt kann 24h am Tag und an sieben Tagen in der Woche zur Verfügung stehen. Bei einem entsprechenden Service kann denknotwendig nur der Anwalt zur Verfügung stehen, der auch zu der entsprechenden Zeit verfügbar ist.
Auf manchen Portalen wird der Eindruck erweckt, als könne eine KI die Beratung leisten. Unabhängig davon, dass eine Beratung durch eine KI rechtlich gar nicht zulässig wäre,2 kann KI eine Beratung gar nicht leisten. Insbesondere bei den allgemein zugänglichen Chatbots werden in der Regel die allgemein zugänglichen Daten im Internet als Quelle herangezogen. Hierbei kann die KI nicht unterscheiden, ob bestimmte Darstellungen im Internet aus werblichen Gründen so formuliert wurden oder eine fachlich fundierte Grundlage zugrunde liegt. Die Bewertung der KI ist daher häufig schlicht falsch oder verkennt die praktischen Probleme bei der Umsetzung. So wird die Ki sich aufgrund der massiven Werbung auch positiv zur Online-Rechtsberatung bestimmter Portale äußern. Selbst beurteilen kann die KI dies nicht.
Eine KI kann niemals eine rechtliche Beratung durch einen Rechtsanwalt unter Einbeziehung Ihres konkreten Falles ersetzen.
Fußnoten
- Stiftung Warentest zur „Online-Rechtsberatung“ ↩︎
- Die selbständige Erbringung außergerichtlicher Rechtsdienstleistungen ist unzulässig, soweit sie nicht erlaubt wird, § 3 RDG ↩︎
